AllgemeinDGUV V3 Prüfung der Wallbox: Prüfintervalle, Risiken & Checkliste
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DGUV V3 Prüfung der Wallbox: Prüfintervalle, Risiken & Checkliste

DGUV V3 Prüfung für Wallboxen: Was Unternehmen unbedingt beachten müssen

Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge entwickelt sich rasant – und mit ihr die Anforderungen an Sicherheit und Compliance. Besonders bidirektionale Wallboxen stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Denn seit 2026 gilt: Die DGUV V3 Prüfung wird für diese Systeme in vielen Fällen jährlich erforderlich.

Warum das so ist, welche Risiken bestehen und wie Sie sich optimal aufstellen – das erfahren Sie hier.

Was ist neu bei Wallboxen und DGUV V3?

Mit der aktuellen Entwicklung rund um Elektromobilität verändert sich die Rolle von Wallboxen grundlegend. Während klassische Ladepunkte bislang ausschließlich Strom ins Fahrzeug übertragen haben, ermöglichen moderne Systeme heute einen bidirektionalen Energiefluss. Das bedeutet: Fahrzeuge können nicht nur geladen werden, sondern auch Energie zurück ins Gebäude oder ins öffentliche Netz einspeisen.

Diese neue Funktionalität macht Wallboxen zu aktiven Bestandteilen der Energieinfrastruktur. Dadurch steigt jedoch auch die technische Komplexität erheblich. Systeme müssen Energieflüsse steuern, Netzanforderungen erfüllen und gleichzeitig höchste Sicherheitsstandards gewährleisten.

Genau an diesem Punkt setzt die DGUV Vorschrift 3 an: Sie fordert eine regelmäßige Prüfung elektrischer Anlagen – bei komplexeren Anwendungen wie bidirektionalen Wallboxen mit deutlich engerer Taktung.

NEU AB 2026

Das müssen Unternehmen jetzt wissen

Unternehmen müssen ihre Ladeinfrastruktur neu bewerten.

Warum gelten strengere Prüfintervalle?

Die DGUV Vorschrift 3 basiert auf dem Arbeitsschutzgesetz und verpflichtet Unternehmen, elektrische Anlagen regelmäßig prüfen zu lassen. Bei Wallboxen greifen zusätzlich folgende Normen:

DIN VDE 0105-100 DIN VDE 0701-0702 ISO 15118

Bidirektionale Wallboxen vereinen mehrere anspruchsvolle Komponenten in einem System – das macht sie komplexer und anfälliger. In der Praxis werden diese Systeme deshalb zunehmend als „besondere elektrische Anlagen” eingestuft – mit entsprechend verkürzten Prüfintervallen.

Wechselrichtertechnik

Hochbelastete Bauteile mit erhöhtem Verschleiß- und Fehlfunktionsrisiko.

Netz- & Anlagenschutz

Schnelle Reaktionsfähigkeit bei Störungen, um Inselnetze zu vermeiden.

Mechanische Belastung

Stärkere Beanspruchung durch häufige Lade- und Entladezyklen.

Ablauf der DGUV V3 Prüfung bei Wallboxen

Die Prüfung hat sich parallel zur Technologie weiterentwickelt. Während früher elektrische Basismessungen im Fokus standen, umfasst die heutige DGUV V3 Prüfung ein deutlich breiteres Spektrum.

01

Sichtprüfung

Überprüfung auf Beschädigungen, Verschleiß und korrekte Installation aller Komponenten.

02

Messprüfung

Isolationswiderstand · Schutzleiterprüfung · Netzparameter – gemäß DIN VDE.

03

Funktionsprüfung

Test der Lade- und Entladefunktion sowie aller Abschaltmechanismen im Betrieb.

04

Spezialprüfung (V2G)

Wechselrichterfunktion · Netzsynchronisation · Kommunikationsschnittstellen nach ISO 15118.

05

Dokumentation & Plakette

Rechtssichere Prüfprotokolle, Prüfplakette und lückenlose Ablage für den Versicherungsfall.

Wichtig: Eine lückenlose, nachvollziehbare Dokumentation (Schritt 5) ist entscheidend, um im Schadensfall gegenüber Versicherung und Behörden abgesichert zu sein.

Wichtige Änderungen ab 2026

Die regulatorischen Anpassungen im Jahr 2026 markieren einen Wendepunkt für die Ladeinfrastruktur in Unternehmen. Gesetzliche Änderungen machen bidirektionales Laden wirtschaftlich attraktiver – was zu einer schnelleren Verbreitung führt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit und Nachweisbarkeit.

Klassifikation

Wallboxen werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Teil eines komplexen Netzgefüges – mit entsprechend erweiterten Prüfpflichten.

Prüfumfang

Neben elektrischen Messungen rücken Kommunikationsschnittstellen und Softwarekomponenten (ISO 15118) stärker in den Fokus.

Fazit für Unternehmen: Die DGUV V3 Prüfung ist nicht mehr nur eine technische Pflicht, sondern ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements. Wer Prüfintervalle nicht einhält oder den erweiterten Prüfumfang vernachlässigt, riskiert technische Ausfälle, rechtliche und versicherungstechnische Konsequenzen.

Checkliste: Sind Ihre Wallboxen DGUV-konform?

Behalten Sie den Überblick über alle Anforderungen. Überprüfen Sie Ihre Wallboxen mit dieser strukturierten Checkliste:

DGUV V3 Checkliste

Laden Sie die vollständige Checkliste als PDF herunter und prüfen Sie Ihre Anlage Schritt für Schritt.

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Häufige Fehler in der Praxis

Veraltete Prüfkonzepte

Viele Unternehmen übertragen bestehende Prüfkonzepte unverändert auf die neue Technologie. Das führt zu Lücken in der Gefährdungsbeurteilung.

Zu lange Prüfintervalle

Bei bidirektionalen Systemen reicht es nicht, sich an bisherigen Erfahrungswerten zu orientieren. Die erhöhte Komplexität erfordert kürzere Intervalle.

Digitale Komponenten ignoriert

Kommunikationsschnittstellen und sicherheitsrelevante Softwarefunktionen werden oft nicht geprüft – ein wesentlicher Teil des Risikos bleibt unbewertet.

Lückenhafte Dokumentation

Unvollständige Prüfberichte können im Ernstfall Versicherungsansprüche gefährden oder Nachweispflichten gegenüber Behörden nicht erfüllen.

IHR PRÜFPARTNER

Warum die DPG der richtige Partner ist

Die Deutsche Elektro Prüfgesellschaft unterstützt Unternehmen bundesweit bei der rechtssicheren Umsetzung der DGUV V3 Prüfung – auch für moderne und komplexe Ladeinfrastruktur.

Zertifizierte Fachkräfte

TRBS 1203 qualifizierte Elektrofachkräfte

PrüfApp

Digitale, gerichtsfeste Dokumentation

Flexibler Einsatz

Auch im laufenden Betrieb möglich

Bundesweit

Vor-Ort-Service in ganz Deutschland

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Müssen alle Wallboxen jährlich geprüft werden? +

Nicht zwingend. Standard-Wallboxen können – je nach Gefährdungsbeurteilung – längere Intervalle haben. Bidirektionale Systeme (V2G) sollten hingegen in der Regel jährlich geprüft werden.

Wer darf die Prüfung durchführen? +

Nur qualifizierte Elektrofachkräfte nach TRBS 1203. Die DPG setzt ausschließlich zertifizierte Prüfer ein.

Was passiert ohne Prüfung? +

Im Ernstfall drohen Haftungsrisiken, Versicherungsausfälle und rechtliche Konsequenzen. Ohne dokumentierte Prüfung kann der Betreiber persönlich haftbar gemacht werden.

Fazit

Die Entwicklung hin zu bidirektionalen Wallboxen eröffnet Unternehmen neue wirtschaftliche Möglichkeiten, bringt aber gleichzeitig zusätzliche Verantwortung mit sich. Wer die technischen und regulatorischen Anforderungen frühzeitig berücksichtigt, schafft die Grundlage für einen sicheren und effizienten Betrieb.

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