Was ist die DGUV V3-Prüfung?
Diese Vorschriften basieren auf europäischen Rahmenrichtlinien und dienen der Vorbeugung von Arbeitsunfällen sowie Berufskrankheiten. Sie richten sich an alle Unternehmer, die Beschäftigte haben und für deren Sicherheit am Arbeitsplatz verantwortlich sind.
Ein zentraler Bestandteil dieser Regelwerke ist die DGUV V3 (früher VBG 4 bzw. BGV A3). Sie regelt den sicheren Umgang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln in gewerblichen Unternehmen und schreibt insbesondere deren regelmäßige Prüfung auf einen ordnungsgemäßen Zustand verbindlich vor.
In den folgenden Abschnitten beantworten wir die häufigsten Fragen rund um die DGUV V3-Prüfung.
Gut zu wissen: Wenn Sie Ihre DGUV V3-Prüfung in erfahrene Hände geben möchten, ist die DPG der richtige Ansprechpartner. Als eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich haben wir bereits über 20 Millionen elektrische Betriebsmittel rechtskonform geprüft. Setzen Sie sich gerne für eine individuelle Beratung persönlich mit uns in Verbindung – wir freuen uns auf Ihre Anfrage!
Was beinhaltet die DGUV Vorschrift 3?
Die DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (ehemals BGV A3 bzw. VBG4) ist seit 1979 verbindlich anzuwenden. Sie legt fest, unter welchen Voraussetzungen elektrische Anlagen und Betriebsmittel in Unternehmen sicher betrieben werden dürfen und welche Pflichten Arbeitgeber dabei erfüllen müssen.
Inhaltlich gliedert sich die DGUV Vorschrift 3 in mehrere Paragrafen, die den sicheren Umgang mit elektrischer Energie im betrieblichen Alltag regeln:
§1
Geltungsbereich§2
Begriffe§3
Grundsätze§4
Grundsätze beim Fehlen elektrotechnischer Regeln§5
Prüfungen§6
Arbeiten an aktiven Teilen§7
Arbeiten in der Nähe aktiver Teile§8
Zulässige Abweichungen§9
Ordnungswidrigkeiten§10
InkrafttretenAls elektrische Betriebsmittel gelten dabei alle Geräte, Maschinen oder Einrichtungen, die ganz oder teilweise der Erzeugung, Übertragung, Verarbeitung oder Nutzung elektrischer Energie dienen – unabhängig davon, ob sie ortsfest installiert oder ortsveränderlich sind.
Was wird im Rahmen der DGUV V3-Prüfung geprüft?
Die DGUV Vorschrift 3 schreibt vor, dass alle in einem Unternehmen eingesetzten elektrischen Anlagen und Betriebsmittel regelmäßig geprüft werden müssen. Der Prüfbereich reicht dabei von einfachen, ortsveränderlichen Betriebsmitteln wie Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungsleitungen bis hin zu komplexen, fest installierten Produktionsanlagen.
Ziel der DGUV V3-Prüfung ist es, den ordnungsgemäßen Zustand, die Funktionsfähigkeit sowie den Schutz vor elektrischen Gefährdungen sicherzustellen. Dazu zählen insbesondere der Schutz vor Stromschlägen, Kurzschlüssen und brandgefährlichen Defekten.
Die Prüfung besteht aus drei zentralen Prüfschritten:
- Sichtprüfung zur Erkennung äußerer Mängel, Beschädigungen oder unzulässiger Veränderungen
- Funktionsprüfung zur Überprüfung der sicheren und bestimmungsgemäßen Nutzung
- Elektrische Messungen zur Bewertung der sicherheitsrelevanten elektrischen Eigenschaften
Damit die Messergebnisse rechtskonform und aussagekräftig sind, müssen diese Messungen mit geeigneten, normkonformen und kalibrierten Prüfgeräten durchgeführt werden.
Die konkreten Prüfanforderungen und Grenzwerte werden durch anerkannte Regeln der Technik, insbesondere durch folgende DIN-VDE-Normen, weiter konkretisiert:
- DIN VDE 0701-0702 – Prüfung elektrischer Geräte nach Instandsetzung, Änderung und im Rahmen von Wiederholungsprüfungen
- DIN VDE 0105-100 – Betrieb elektrischer Anlagen
- DIN VDE 0113-1 – Sicherheit von Maschinen, elektrische Ausrüstung von Maschinen
Wie oft muss nach DGUV V3 geprüft werden?
Die DGUV V3 schreibt vor, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nicht nur regelmäßig, sondern auch anlassbezogen geprüft werden müssen. Eine Prüfung ist verpflichtend:
- vor der ersten Inbetriebnahme
- vor jeder Wiederinbetriebnahme nach Änderung oder Instandsetzung
- in festgelegten Wiederholungsintervallen
Für diese wiederkehrenden Prüfungen nennt die DGUV V3 Maximalrichtwerte, die sich in der Praxis bewährt haben:
Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel
- spätestens alle vier Jahre
- in Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art: jährlich
Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel
- auf Baustellen sowie in Werk- oder Fertigungsstätten: jährlich
- in Bürobereichen und vergleichbaren Umgebungen: spätestens alle zwei Jahre
Entscheidend ist jedoch:
Die konkrete Prüffrist darf nicht pauschal festgelegt werden, sondern muss gemäß Betriebssicherheitsverordnung im Rahmen einer individuellen Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden. Dabei spielen unter anderem der Gefährdungsgrad, die Einsatzhäufigkeit, die Umgebungsbedingungen und der Einsatzort der Betriebsmittel eine Rolle.
Grundsätzlich gilt:
Die Prüffristen müssen so bemessen sein, dass entstehende Mängel rechtzeitig erkannt und behoben werden können, bevor es zu einer Gefährdung von Personen oder Sachwerten kommt.
Sie haben Fragen zur DGUV V3-Prüfung oder wünschen eine fachliche Einschätzung für Ihr Unternehmen?
Wer darf die DGUV V3-Prüfung durchführen?
Die DGUV V3-Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel darf ausschließlich von einer Elektrofachkraft oder einer zur Prüfung befähigten Person durchgeführt werden. Rechtsgrundlage hierfür sind die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sowie die technischen Regeln für Betriebssicherheit.
Als zur Prüfung befähigte Person nach TRBS 1203 gilt, wer über eine einschlägige technische Berufsausbildung oder ein entsprechendes technisches Studium verfügt, praktische Berufserfahrung im Umgang mit elektrischen Arbeitsmitteln nachweisen kann und eine zeitnahe berufliche Tätigkeit in diesem Bereich ausübt.
Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der DGUV V3-Prüfung liegt grundsätzlich beim Arbeitgeber. Eine Übertragung der Prüfaufgaben auf eine andere befähigte Person ist möglich, muss jedoch schriftlich erfolgen. Dabei ist sicherzustellen, dass die beauftragte Person fachlich und organisatorisch in der Lage ist, die übertragenen Aufgaben zuverlässig zu erfüllen.
Gut zu wissen:
Bei der DPG wird die DGUV V3-Prüfung ausschließlich durch ausgebildete Elektrofachkräfte durchgeführt. Alle Prüftechniker erfüllen die Anforderungen als befähigte Personen nach TRBS 1203 und gewährleisten eine fachgerechte, rechtskonforme Prüfung.
Welche Konsequenzen drohen, wenn die DGUV V3-Prüfung nicht durchgeführt wird?
Werden elektrische Anlagen und Betriebsmittel nicht regelmäßig und nicht durch eine befähigte Person geprüft und kommt es infolgedessen zu einem Schadensfall, ist der Verantwortliche voll haftbar und macht sich unter Umständen sogar strafbar
Zunächst drohen Ordnungswidrigkeiten und Bußgelder, wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen nicht oder nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Kommt es darüber hinaus zu Personen- oder Sachschäden, können zivilrechtliche Schadensersatzansprüche entstehen.
Besonders kritisch ist die Situation aus versicherungsrechtlicher Sicht:
Fehlt der Nachweis über eine rechtskonforme DGUV V3-Prüfung, kann der Versicherungsschutz ganz oder teilweise entfallen. In solchen Fällen können Versicherer Leistungen kürzen oder Regressforderungen geltend machen.
In schweren Fällen – etwa bei grober Fahrlässigkeit oder vorsätzlicher Pflichtverletzung – sind auch strafrechtliche Konsequenzen möglich. Die Verantwortung trägt dabei grundsätzlich der Arbeitgeber beziehungsweise die verantwortliche elektrotechnische Fachkraft (VEFK). Unter bestimmten Umständen kann dies sogar zu einer persönlichen Haftung mit dem Privatvermögen führen.
Sie haben Fragen zur DGUV V3-Prüfung oder wünschen eine individuelle Beratung?
Der persönliche Austausch mit unseren Kunden ist uns besonders wichtig. Gerne nehmen wir uns Zeit für Ihr Anliegen und unterstützen Sie kompetent bei allen Fragen rund um die DGUV V3-Prüfung. Ob erste Orientierung, konkrete Anforderungen oder die Planung einer Prüfung: Das Team der DPG steht Ihnen als erfahrener Ansprechpartner zuverlässig zur Seite.
Die DPG informiert:
Wie werden DGUV V3 Prüfungen durchgeführt?
Gemäß der DGUV Vorschrift 3 "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" müssen elektrische Anlagen und Betriebsmittel in folgenden Fällen einer DGUV V3 Prüfung unterzogen werden:
- erste Inbetriebnahme
- Änderung
- Instandsetzung
Zusätzlich müssen DGUV V3 Prüfungen in festgelegten regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt werden. Dieser Prozess trägt dazu bei, potenzielle Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und zu beheben, um die Sicherheit der Arbeitsumgebung zu gewährleisten.
Warum müssen elektrische Geräte und Anlagen geprüft werden?
Elektrische Geräte sind verschiedenen Belastungen ausgesetzt, die ihre Funktionalität und Sicherheit im Laufe der Zeit beeinträchtigen können. Bleiben etwaige Mängel und Defekte unerkannt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Im schlimmsten Fall können Mitarbeiter zu Schaden kommen – aber auch Produktionsausfälle und hohe Reparaturkosten, die im Vorfeld hätten vermieden werden können, sind nicht auszuschließen. Die regelmäßige DGUV V3 Prüfung stellt sicher, dass die elektrischen Betriebsmittel den geltenden Normen und Sicherheitsbestimmungen entsprechen.
An welchen Orten ist die DGUV V3 Prüfung notwendig?
Die DGUV V3 Prüfung kommt an vielen verschieden Orten zum Tragen – allen voran an Arbeitsplätzen und in Betriebsstätten, in denen elektrische Gefährdungen genutzt werden. Dazu gehören beispielsweise Büros, Produktionsstätten, Werkstätten, Lagerhallen sowie Baustellen.
DGUV V3 oder BGV A3 Prüfung – wo liegt der Unterschied?
Die DGUV V3 und die BGV A3 (Berufsgenossenschaftliche Vorschrift A3) beziehen sich auf dieselbe Thematik, nämlich die Prüfung elektrischer Betriebsmittel und Anlagen in Unternehmen. Der Hauptunterschied liegt in der Bezeichnung und der organisatorischen Zuordnung. Die BGV A3 war bis zum Jahr 2014 die gültige Bezeichnung für diese Vorschrift. Nach einer Umstrukturierung und Vereinheitlichung der Deutschen Unfallversicherung wurde die BGV A3 durch die DGUV V3 ersetzt.
Warum sollte man die DGUV V3 Prüfung der DPG überlassen?
Es gibt mehrere gute Gründe, sich bei einer bevorstehenden DGUV V3 Prüfung an die DPG zu wenden:
Unsere umfangreiche Erfahrung und Fachkompetenz, untermauert durch die Prüfung von über 18 Millionen elektrischen Betriebsmitteln, machen uns zu einem erfahrenen, verlässlichen Partner. Wir legen großen Wert auf Rechtskonformität, um Haftungsrisiken zu minimieren und einen wichtigen Teil zur Sicherheit in Unternehmen beizutragen. Unsere Größe als eines der führenden Unternehmen in dieser Branche ermöglicht es uns dabei, Ressourcen und Fachpersonal effizient einzusetzen. Zudem setzen wir auf eine individuelle Beratung, die auf die spezifischen Bedürfnisse Ihres Unternehmens eingeht und Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit bildet.
Welche Geräte und Anlagen müssen nach DGUV V3 geprüft werden?
Grundsätzlich müssen alle elektrischen Anlagen und elektrischen Betriebsmittel geprüft werden, die in einem Unternehmen eingesetzt werden. Dazu zählen sowohl ortsveränderliche Betriebsmittel wie Bürogeräte, Verlängerungsleitungen oder Werkzeuge als auch ortsfeste Anlagen wie Maschinen, Verteiler oder fest installierte elektrische Einrichtungen.
Maßgeblich ist, ob von dem Betriebsmittel eine elektrische Gefährdung ausgehen kann.
Welche Nachweise sind nach einer DGUV V3-Prüfung erforderlich?
Nach jeder DGUV V3-Prüfung ist eine Dokumentation der Prüfergebnisse erforderlich. Diese umfasst in der Regel ein Prüfprotokoll mit Angaben zum geprüften Betriebsmittel, zum Prüfumfang, zu Messergebnissen, festgestellten Mängeln und zur prüfenden Person.
Zusätzlich werden geprüfte Betriebsmittel häufig mit einer Prüfkennzeichnung versehen. Die Dokumentation dient als Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden, Berufsgenossenschaften und Versicherungen.
Kann die DGUV V3-Prüfung auch intern durchgeführt werden?
Ja, die DGUV V3-Prüfung kann auch intern im Unternehmen durchgeführt werden, sofern eine entsprechend befähigte Person nach TRBS 1203 vorhanden ist. Diese Person muss über eine geeignete fachliche Qualifikation, praktische Erfahrung und eine aktuelle Tätigkeit im relevanten Bereich verfügen.
Alternativ kann die Prüfung an einen externen, spezialisierten Dienstleister vergeben werden, was insbesondere bei größeren Prüfumfängen oder zur rechtlichen Absicherung häufig sinnvoll ist.
